Vor 71 Jahren: Schlachtschiff „Guilio Cesare“ gesunken
Linienschiffe bildeten im Ersten Weltkrieg das Rückgrat der Kriegsflotten. Die italienische Flotte bildete dabei keine Ausnahme. So stellte die italienische Marine drei neue Linienschiffe in Dienst, die 1914 und 1915 die Seestreitkräfte ergänzten. Dies waren die „Guilio Cesare“, die „Leonardo da Vinci“ und die „Conte di Cavour“. Die Erstgenannte lief am 15. Oktober 1911 bei der Werft Cantieri Ansaldo in Genua vom Stapel und wurde im Mai 1914 in Dienst gestellt. Allerdings nahm keines der Schiffe an operativen Einsätzen der Seestreitkräfte teil. Sie überstanden unbeschadet den Krieg. Im Jahr 1926 baute man „Guilio Cesare“ nach modernsten Anforderungen um. Danach diente es in den Jahren 1928 bis 1933 als Artillerieschulschiff.
Im Jahr 1933 kam es erneut zu Umbauarbeiten in die Werft. Bis Oktober 1937 zogen sich die Maßnahmen hin. Der gesamte Schiffskörper wurde um über zehn Meter verlängert, eine neue Maschinenanlage kam zum Einbau, neue Panzerdecks kamen an Bord und die Bewaffnung wurde modernisiert. Mit ihrem Schwesterschiff „Conte di Cavour“ sollte das nunmehrige Schlachtschiff den Anspruch Italiens auf das Mittelmeer unterstreichen. Im Zweiten Weltkrieg kam es im Juli 1940 zum Gefecht von Punta Stilo. Dabei mußte „Guilio Cesare“ einen schweren Treffer vom britischen Schlachtschiff „Warspite“ einstecken, blieb jedoch seetüchtig. Im November 1940 kam es zum Seegefecht bei Kap Tualada. In den folgenden Jahren versah der Riese seinen Dienst bei der Fernsicherung der Geleitzüge für Nordafrika, bis ihn das Ende ereilte.
Ende 1942 betrachtet man „Guilio Cesare“ als nicht mehr für die Front geeignet. Fortan diente es zu Ausbildungszwecken an seinem neuen Liegeplatz in Pola. So ging die aktive Teilnahme am Krieg für das Schlachtschiff zu Ende. 1949 mußte Italien die „Guilio Cesare“ als Reparationsleistung an die Sowjetunion übergeben. Dort diente das Schiff in der Schwarzmeerflotte unter dem Namen „Noworossijsk“. Auf der Reede von Sewastopol sank das Schiff am 29. Oktober 1955 in Folge einer Explosion.
Seeschlacht bei Punta Stilo: die erste Auseinandersetzung zwischen der italienischen und der britischen Marine. In der Schlacht wurde die „Giulio Cesare“ auf eine Distanz von über 24 Kilometern von einer 38,1-cm-Granate der HMS „Warspite“ (im Bild) getroffen.
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