115. Geburtstag von Oberstleutnant Rudolf Kiel
Rudolf Kiel wurde am 25. Oktober 1911 im thüringischen Sondershausen geboren. Seit 1931 im Polizeidienst, wechselte er später zur Luftwaffe, wo er die fliegerische Ausbildung durchlief. Als Flugzeugführer kam er im Frühjahr 1939 zum Kampfgeschwader 55 (KG 55), wo er als Oberleutnant am 1. Juli 1939 die 1. Staffel übernahm. Während des Polenfeldzuges unterstützten die Kampfflieger erfolgreich den Vormarsch des Heeres, so daß Kiel am 19. September 1939 mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet wurde. Am 1. Februar 1940 zum Hauptmann befördert, folgten für Kiel während des Westfeldzuges zahlreiche Einsätze, die am 31. Mai 1940 mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse honoriert wurden. Nach dem Sieg über Frankreich flogen die Kampffliegerverbände zunächst Angriffe gegen wichtige Ziele wie Flugplätze, Häfen, Verkehrswege und Industrieanlagen.
Seit dem 1. Januar 1941 fungierte Kiel als Staffelkapitän der 10. Staffel des KG 55, die als Ergänzungsstaffel diente und zur IV. Gruppe aufgestockt wurde. Kiel, der die Gruppe vom 9. März bis zum 9. April 1941 führte, kehrte anschließend jedoch an die Front zurück, um die I. Gruppe zu übernehmen.
Als am 22. Juni 1941 der Feldzug im Osten begann, gehörte auch das KG 55 zu den Verbänden, die erneut den Vormarsch der Heerestruppen unterstützten. Hierbei flogen die Kampfflieger in der Ukraine, gegen die Verteidigung von Moskau und auf der Krim zahllose Einsätze. Für seine Erfolge wurde Rudolf Kiel am 20. Dezember 1941 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Nach der Auffrischung des Geschwaders folgten weitere Einsätze an der Ostfront. Kiel, seit dem 1. April 1942 Major, flog erneut im Bereich Heeresgruppe Süd und unterstützte dabei den Vormarsch nach Stalingrad. Nach der Einkesselung der 6. Armee kamen die Kampfflieger auch bei Versorgungsflügen zum Einsatz. Am 6. Januar 1943 wurde Kiel ins Reichsluftfahrtministerium versetzt. Für seine Leistungen an der Front erhielt er am 19. Juli 1943 das Deutsche Kreuz in Gold.
Am 1. November 1943 kehrte Kiel in den Südabschnitt der Ostfront zurück, um dort das Kampfgeschwader 27 „Boelcke“ zu übernehmen. Das KG 27 gehörte zu den Einheiten, die in der Nacht vom 21. auf den 22. Juni 1944 die US-amerikanischen Bomber auf dem ukrainischen Flugplatz Poltawa angriffen und dabei zahlreiche Maschinen vernichten konnten. Seit dem 1. Oktober 1944 Oberstleutnant, nahm Kiel im Herbst 1944 an der Umrüstung seines Geschwaders auf die Jagdflugzeuge Messerschmitt Bf 109 und Focke Wulf FW 190 teil. Er führte seinen Verband bis zum Kriegsende.
Rudolf Kiel starb am 1. Juli 2003 im oberbayrischen Murnau am Staffelsee.

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