Vor 81 Jahren: Produktion des Schweren Bombers Vickers „Wellington“ wird eingestellt

Vor 81 Jahren: Produktion des Schweren Bombers Vickers „Wellington“ wird eingestellt
Foto: OTGRD / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Vor allem in der Anfangsphase des Zweiten Weltkriegs war der zweimotorige „Wellington“-Bomber der wichtigste schwere Bomber der Royal Air Force. Seine Entwicklung reicht bis 1930 zurück, als das Luftfahrtministerium den Auftrag ausschrieb. Da ein schwerer Bomber in Hochdecker-Bauart als zu schwerfällig eingeschätzt wurde, entschied man sich für einen Mitteldecker, von dem man sich geringere Ruderkräfte, höhere Geschwindigkeiten und einen sparsameren Kraftstoffverbrauch erhoffte.

Zentrale Konstruktionsidee des neuen Bombers war die „geodätische“ Rumpf- und Flügelstruktur. Dabei wurden Stäbe aus Leichtmetall diagonal zu einer Gitterstruktur verbunden und anschließend mit Stoff bespannt. Diese Konstruktion führte zu einer sehr steifen, dabei aber leichten und robusten Struktur, die auch durch Beschuß nur schwer zu zerstören war. Nur bei direkten Treffern wurden Flugeigenschaften und Stabilität der Maschine gefährdet. Der Erstflug des neuen Bombers fand am 15. Juni 1936 statt und erfüllte alle Erwartungen. Schon im August wurden die Serienmaschinen bestellt. Die ersten ausgelieferten „Wellington“ Mk I wurden im Oktober 1938 der No. 9 Squadron überstellt. Infolgedessen waren bei Kriegsbeginn 1939 die meisten Maschinen des Bomber Commands „Wellingtons“.

„Wellington“ Mk.IA (N2887) im Flug
„Wellington“ Mk.IA (N2887) von der Central Gunnery School, Chatteris, 1943

Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Varianten der „Wellington“ entwickelt. Sogar eine Höhenbomber-Version Mk V mit Druckkabine wurde erprobt, aber nur eine Squadron wurde 1941 mit diesem Typ ausgestattet. Außer auf dem europäischen Kriegsschauplatz kam der „Wellington“-Bomber auch in Nordafrika und im Fernen Osten zum Einsatz, nach 1941 jedoch vor allem beim Coastal Command zur Küstenüberwachung. Außerdem wurde die Maschine zum Schleppen von Lastenseglern und zum Absetzen von Fallschirm-Agenten genutzt. Ohne Bewaffnung wurde sie auch zum Transport von Truppen und Material verwendet.

Die Produktion endete nach neun Jahren am 25. Oktober 1945. Insgesamt wurden 11.460 „Wellington“ gebaut.

Technische Informationen:

Besatzung – 6 Mann
Länge/Höhe – 18,54 m/5,31 m
Spannweite – 26,26 m
Flügelfläche – 78,04 m²
Leermasse – 8.417 kg
Startmasse – 13.380 kg
Höchstgeschwindigkeit – 410 km/h in 3.810 m
Dienstgipfelhöhe – 5.790 m
max. Reichweite – 3.540 km
Triebwerke – 2 × Sternmotoren Bristol Hercules XI
Leistung – 1.521 PS

Bewaffnung:

2 × Browning-MG vom Kaliber .303 British (7,7 mm) im Bug
4 × 7,7-mm-MG im Heckdrehturm
2 × 7,7-mm-MG in seitlichen Rumpfständen
Bombenzuladung – max. 2.041 kg 

Besatzung im Cockpit einer „Wellington“

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