Vor 89 Jahren: Stapellauf deutscher Segelschulschiffe

Vor 89 Jahren: Stapellauf deutscher Segelschulschiffe
Foto: Yuri_B / Pixabay (Pixabay-Lizenz)

Als im Sommer 1932 das Segelschulschiff „Niobe“ der Reichsmarine in einer Sturmböe kenterte, wurde als Ersatz dafür die „Gorch Fock“ in Auftrag gegeben. Das Gros der Kosten dafür kam als Spenden aus der Bevölkerung zusammen. Die Kiellegung erfolgte am 14. Januar 1933, der Stapellauf im Mai, die Indienststellung am 23. Juni des gleichen Jahres.

Das neue Segelschulschiff diente in erster Linie zur Inspektion des Bildungswesens und zur seemännischen Ausbildung von Kadetten Die „Gorch Fock“ II 2009 in Kiel und Unteroffiziersanwärtern, im Krieg zeitweise auch als Büroschiff. Nach Kriegsausbruch ging der Ausbildungsbetrieb mit Unterbrechungen weiter.

Im Mai 1945 wurde die „Gorch Fock“ von der eigenen Besatzung unweit von Stralsund versenkt. 1947 wurde das Schiff gehoben und in Rostock und Wismar instandgesetzt, um anschließend als Reparationsleistung an die UdSSR ausgeliefert zu werden. Dort wurde das Schiff auf den Namen „Towaritsch“ umgetauft und als Schulschiff in Dienst gestellt, ehe es 2003 vom Verein „Tall-Ship Friends“ aufgekauft und nach Stralsund überführt wurde. Eine Generalüberholung schloß sich an – und 2003 die erneute Indienststellung als Schulschiff.

Schwesterschiffe der „Gorch Fock“ waren die 1936 auf Kiel gelegte und in Dienst gestellte „Horst Wessel“, die „Albert Leo Schlageter“ (Stapellauf am 30. Oktober 1937) und die „Herbert Norkus“ (Stapellauf am 7. November 1939). Alle Schiffe bis auf die nicht mehr in Dienst gestellte „Herbert Norkus“ kamen bestimmungsgemäß zum Einsatz. Die „Horst Wessel“ wurde allerdings nach Kriegsende an die USA übergeben und kam dort als „Eagle“ zur weiteren Verwendung.

Die „Albert Leo Schlageter“ geriet am 14. November 1944 in eine sowjetische Minensperre und wurde beschädigt. Sie wurde bei Kriegsende den USA zugesprochen, 1947 an Brasilien weiterverkauft und dort als „Guanabara“ in Dienst gestellt.

Die „Herbert Norkus“ sollte 1940 an die Marine übergeben werden, doch der Krieg verhinderte die Fertigstellung. Der Schiffskörper wurde nach Kriegsende von den Briten beschlagnehmt. Letztendlich wurde der Schiffskörper 1947 im Skagerrak versenkt.

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